Im Projekt KnowHowHP (Know-how Heat Pump) wird Energieberater*innen, Planenden und Installateur*innen ein integraler Planungs- und Umsetzungsprozess vermittelt, in dem Wärmepumpen und Sanierungskonzepte optimal aufeinander abgestimmt werden. Gestartet hat das Projekt im November 2024 mit einer Laufzeit von drei Jahren (Oktober 2027).

Ziel des Schulungs- und Weiterbildungsprogramms ist es, den Umstieg auf Wärmepumpen in bestehenden Mehrfamilienhäusern zu erleichtern und die Anzahl von energetischen Sanierungen zu erhöhen.

© Markus Gmeiner
© Markus Gmeiner

Während im Bereich Neubau, besonders bei Einfamilienhäusern, der Einsatz von Wärmepumpen bereits weit verbreitet ist und den Stand der Technik darstellt, ist dies bei Sanierungen, speziell bei Geschosswohnbauten  noch nicht der Fall. Wärmepumpen werden im mehrgeschossigen Bestand dem Kunden derzeit in der Praxis häufig noch nicht empfohlen. Grund dafür ist der Mangel an Fachwissen, wie sie sinnvoll in ein ganzheitliches Umbaukonzept integriert werden können. Das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmeabgabe, erneuerbarer Energie und Wärmepumpe erfordert einen integrativen Ansatz. Oft wird dieser zugunsten leicht erklärbarer und erprobter Konzepte (z.B. Hackschnitzelheizungen, Infrarotheizungen) vorschnell aufgegeben. 

Dabei wurde in mehreren Forschungs- und Pilotprojekten durch Messergebnisse belegt, dass sozialverträgliche, klimafreundliche Sanierungen von Geschosswohnbauten mit Wärmepumpen möglich sind. Bei den gelungenen Leuchtturmprojekten zeichnet sich als erste Gemeinsamkeit ab, dass dort vor allem ein integraler Sanierungsprozess mit Einsatz digitaler Planungsinstrumente zum Erfolg führte. So eine hochwertige wissensbasierte und Software-unterstützte Planung bietet folgende Vorteile:

  • bessere Qualität (bessere und günstigere Lösungen) 
  • einfachere, schnellere, robustere (Vor-)Planung 
  • bessere Planungsunterlagen, schnellere und einfachere Umsetzung > höhere Umsetzungsrate
  • bessere Planungssicherheit > geringeres Risiko, Fehlervermeidung, weniger Nacharbeit, höhere Umsetzungsrate
  • bessere Replizierbarkeit/Skalierbarkeit > höhere Umsetzungsrate

Durch die Aus- und Weiterbildung der beratenden, planenden und ausführenden Beteiligten soll gewährleistet werden, dass die Kunden immer das ideale Ergebnis bekommen, egal, ob sie sich wegen des Einbaus einer Wärmepumpe zuerst an den Installateur Betrieb wenden oder wegen einer thermischen Sanierung an eine Energieberater*in oder Architekt*in. Da die Zielgruppen der Energieberater*innen, Planer*innen und Installateur*innen bei Sanierungsprojekten unterschiedliche Themenfelder und Tiefen bearbeiten, benötigen sie auch unterschiedlich aufbereitetes Schulungsmaterial. Deshalb verfolgt das Projekt einen Ansatz, der auf drei Säulen beruht. Der Planungsprozess und das Schulungsmaterial werden zielgruppenspezifisch angepasst. So wird die Haustechnikplanerin beispielsweise in der Handhabung und Anwendung der entwickelten Toolbox geschult, während der Energieberater eher für die Pre-design Phase ausgebildet wird.

Das angestrebte Resultat des Projekts ist, dass durch eine zielführende Kombination von Sanierungsmaßnahmen und Heizungsumstellungen Wärmepumpen im mehrgeschossigen Bestand bestmöglich geplant und eingesetzt werden. Die im Projekt erarbeiteten Schulungsunterlagen tragen durch den wissensbasierten und softwareunterstützten integralen Planungs- und Umsetzungsprozess dazu bei, klimafreundliche und sozialverträgliche Sanierungen von Geschosswohnbauten in Kombination mit Wärmepumpen Wirklichkeit werden zu lassen.

13.04.2026 Energiefachberater F-Kurs

Fit für die Energiezukunft: Der F-Kurs 2026 liefert praxisnahes Know-how rund um energieeffizientes und nachhaltiges Bauen.

Mit dem F-Kurs 2026 bietet das Energieinstitut Vorarlberg eine fundierte Weiterbildung für Fachleute, die ihr Wissen im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren gezielt vertiefen möchten. Der Kurs vermittelt praxisnahes Know-how zu aktuellen Anforderungen, Technologien und Lösungsansätzen im nachhaltigen Bauwesen.

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