Online-Workshop „Wärmepumpen in der Sanierung“

Am 7. Oktober 2025 fand die Online-Veranstaltung „Wärmepumpen in der Sanierung – Planung und Good Practice Beispiele beim Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden“ statt. Gemeinsam mit Fachvertreter:innen hatten die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, wie der Einsatz von Wärmepumpen in der Gebäudesanierung erfolgreich gelingen kann und welche Jahresarbeitszahlen in der Praxis realistisch erreichbar sind. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jens Leibold (RENOWAVE.AT). Die Begrüßung erfolgte durch Martin Huber vom ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster NÖ.

Richard Freimüller (Wärmepumpe Austria) zeigte in seinem Beitrag auf, dass Jahresarbeitszahlen (JAZ) in der Praxis nur eingeschränkt vergleichbar sind. Werte hängen stark vom Nutzerverhalten, der Anlagenkonfiguration, dem Wärmeabgabesystem und zunehmend auch von strompreisabhängigen Regelungen ab. Zudem wurde deutlich, dass bestehende Normen und Klimadaten an heutige Rahmenbedingungen angepasst werden sollten und niedrige Vorlauftemperaturen entscheidend für eine gute Effizienz sind.

Fabian Ochs (Universität Innsbruck) ergänzte diese Perspektive mit Ergebnissen aus aktuellen Projekten, darunter einem Monitoring in Wien-Penzing. Er betonte die Bedeutung modularer, realistischer Planungsgrundlagen – gerade in Bestandsgebäuden mit begrenztem Platzangebot und heterogenen Voraussetzungen. Die JAZ allein sei nicht ausschlaggebend; letztlich entscheide die tatsächliche Stromrechnung. Schon einzelne Maßnahmen, wie ein gezielter Heizkörpertausch, könnten Vorlauftemperaturen senken und spürbare Effizienzgewinne ermöglichen.

Austausch zu Effizienzgewinnen und Optimierungspotenzialen

Die Teilnehmenden tauschten sich zudem darüber aus, unter welchen realen Bedingungen Wärmepumpen im Gebäudebestand besonders effizient arbeiten können. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Welche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Leistungsfähigkeit im Alltag? Wie wirken sich Nutzerverhalten, die Qualität der Installation und die gewählten Vorlauftemperaturen auf den Energieverbrauch aus? Auch Herausforderungen in älteren Gebäuden, der richtige Umgang mit bestehenden Heizkörpern und die Bedeutung einer sorgfältigen Dimensionierung wurden diskutiert. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der Installateur:innen, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung einen entscheidenden Hebel für gute Effizienz und verlässliche Betriebswerte darstellen. Deutlich wurde dabei, dass Wärmepumpen vor allem dann ihr Potenzial voll entfalten, wenn Planung, Ausführung und Betrieb gut aufeinander abgestimmt sind – und wenn Erfahrungen aus realen Projekten konsequent in zukünftige Sanierungen einfließen.